Monday, 27.February 2017

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Staßfurter Traditionsunternehmen verfügt nun über ein besonderes Gütesiegel

Bischoff Federnwerk und Nutzfahrzeugteile GmbH erweitert Kundenstamm





Foto: Kathleen Radunsky


Nahezu ausschließlich per Hand wird in der Bischoff Federnwerk und Nutzfahrzeugteile GmbH in Staßfurt produziert.
Hier stellt Stephan Daniel eine Blattfeder für die Deutsche Bahn her.



Einen Meilenstein in ihrer Geschichte hat jetzt die Bischoff Federnwerk und Nutzfahrzeugteile GmbH in Staßfurt gesetzt. Das Mittelstandsunternehmen verfügt seit Ende Juni über die Zulassung zur Produktion von Federn für die Deutsche Bahn.
Von Kathleen Radunsky
Staßfurt


Ein wichtiger Schritt für eine erfolgversprechende Zukunft: Die Bischoff Federnwerk und Nutzfahrzeugteile GmbH in Staßfurt hat per 29. Juni die herstellerbezogene Produktqualifikation für die Produktion von Blattfedern und Parabelfedern für Schienenfahrzeuge der Deutschen Bahn (kurz HPQ) erfolgreich gemeistert.
„Damit gehören wir nun zum Kreise der wenigen Firmen, die diese Zulassung erreicht haben“, schätzt Geschäftsführer Frank Ritter diesen Meilenstein in der Firmengeschichte ein. Das bedeutet, dass das Staßfurter Unternehmen jetzt aufgrund der Zulassung Aufträge von der Deutschen Bahn erhalten kann. Deshalb erhofft sich Ritter für das 94 Mitarbeiter zählende Mittelstandsunternehmen weitere Bestellungen, die das Produktionsvolumen vergrößern werden. „Im vergangenen Jahr haben wir rund 1500 Tonnen Federn produziert“, berichtet er. Für 2013 erwartet er an die 2500 Tonnen.

„Sollte sich die Auftragslage merklich vergrößern, ist eine Erweiterung unseres Betriebes nicht auszuschließen“, blickt Ritter vorsichtig in die Zukunft.
In der Branche des Staßfurter Familienbetriebes gibt es nur wenige Firmen, die Blatt- und Parabelfedern für Schienenfahrzeuge herstellen. „Und nur wenige besitzen ebenso diese Zulassung“, sagt Ritter, für den dieses Zertifikat der Deutschen Bahn nicht nur neue Aufträge offeriert, sondern das auch als Qualitätsmerkmal der Bischoff Federnwerk und Nutzfahrzeugteile GmbH zählt. „Denn die Ansprüche der Deutschen Bahn sind europaweit anerkannt“, sagt der Geschäftsführer. Daraus resultiert für Ritter: „Das öffnet uns neue Möglichkeiten und Märkte.“ Die ersten Aufträge von dem staatlichen Unternehmen sind in Staßfurt bereits angekommen.
Die „Premieren“-Lieferung wird in der kommenden Woche den Betrieb verlassen. „Dieses Zertifikat bringt uns einen neuen, starken Kunden“, schätzt Ritter die Deutsche Bahn ein. Darüber hinaus rechnet er damit, dass auch private Wagenhalter aufgrund der HPQ nun auf das Staßfurter Unternehmen zurückgreifen werden.

Die Bischoff Federnwerk und Nutzfahrzeugteile GmbH besteht seit 1853 in der Bodestadt und ist bis heute in Familienhand. Während der Standort Am Silberfeld für Verwaltung und die Nutzfahrzeugwerkstatt genutzt wird, dienen die circa 8000 Quadratmeter überdachte Hallenfläche in der Calbeschen Straße der Produktion. Hier werden Federn für die Automobil- und Luftfahrtindustrie, den Maschinenbau, die Landwirtschaft, den Bergbau und für die Bahn hergestellt. Im Drei-Schicht-System arbeiten die Metallbauer.
Jede Feder wird genau nach Maß beziehungsweise Zeichnung erstellt. So messen Stephan Daniel und Joachim Hartwig beispielsweise die Blattfedern mit Ohrenbund, die sie in dieser Woche für eine private Instandhaltungswerkstatt fertigen, auf den Millimeter genau aus. Das muss zudem schnell gehen, da der Federbund bei Blattfedern im glühenden Zustand aufgezogen werden muss. Jede Sekunde zählt, die Genauigkeit wird dabei aber nicht vernachlässigt. Das kann sich die Staßfurter Bischoff Federnwerk und Nutzfahrzeugteile GmbH auch nicht leisten. Schließlich sollen die Qualitätsansprüche aller Kunden weiterhin erfüllt werden.
In drei Jahren muss die HPQ-Zulassung aufgefrischt werden.

Volksstimme, August 2012